Wer Bonn erkunden möchte, muss nicht bei den bekannten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt bleiben. Auch rechts des Rheins und auf dem Kreuzberg warten historische Orte, die sich gut mit einem Spaziergang verbinden lassen. Zwei davon liegen direkt in Bonn: die mittelalterliche Doppelkirche in Schwarzrheindorf und die Kreuzbergkirche mit ihrer Heiligen Stiege.
Wer den Radius erweitern möchte, findet in Köln und Düsseldorf weitere Ziele, bei denen sich Stadtgeschichte und Gartenkunst auf besondere Weise begegnen. Sechs Ausflugsideen im Überblick – mit Hinweisen darauf, was sich vorab klären lässt.
Bonn: Mittelalter und Barock entdecken
Doppelkirche Schwarzrheindorf: zwei Kirchen unter einem Dach
Die Doppelkirche St. Maria und St. Clemens in Schwarzrheindorf gehört zu den außergewöhnlichen mittelalterlichen Bauwerken der Region. Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet und 1151 geweiht. Ihr besonderes Merkmal: Zwei Kirchenebenen liegen übereinander und sind räumlich miteinander verbunden.
Auch die erhaltenen romanischen Wand- und Gewölbemalereien machen den Besuch interessant. Sie geben einen Einblick in die mittelalterliche Kunst und Glaubenswelt. Die Kirche liegt an der Dixstraße 41 in Bonn-Schwarzrheindorf.
Gut zu wissen: Wer das Innere besichtigen möchte, sollte den Besuch vorher abstimmen. Der Ausflug lässt sich mit einem Spaziergang in Richtung Rhein und Siegmündung verbinden.
Kreuzbergkirche: barockes Ensemble und Heilige Stiege
Auf dem Kreuzberg in Bonn-Endenich liegt ein barockes Gesamtensemble, dessen Geschichte bis in die kurfürstliche Zeit zurückreicht. Bekannt ist die Anlage vor allem für die sogenannte Heilige Stiege. Damit ist die Kirche ein Ziel für alle, die sich für barocke Architektur, religiöse Traditionen und rheinische Geschichte interessieren.
Der Standort auf dem Kreuzberg gibt dem Besuch einen anderen Charakter als ein Rundgang durch die Innenstadt. Die Kreuzbergkirche liegt am Stationsweg in Bonn-Endenich.
Gut zu wissen: Die Heilige Stiege wird traditionell zu Ostern geöffnet. Für andere Gebäudeteile sollte vorab geprüft werden, welche Besichtigungsmöglichkeiten bestehen. Wer einen Spaziergang plant, sollte den Zugang nicht als selbstverständlich voraussetzen.
Köln: Festungsgeschichte zwischen Garten und Stadt
Felsengarten am Fort VI: eine gestaltete Schlucht in Lindenthal
In Köln-Lindenthal, nahe dem Decksteiner Weiher, liegt ein Landschaftsgarten mit künstlichen Felsformationen, hohen Bäumen und verschlungenen Wegen. Seine Entstehung hängt mit der Umgestaltung der früheren preußischen Festungsanlage Fort VI zusammen. Nachdem Teile der Anlage zurückgebaut worden waren, wurde das Gelände in den 1920er-Jahren unter Gartendirektor Fritz Encke landschaftlich gestaltet.
Einzelne bauliche Spuren erinnern noch an die militärische Vergangenheit. Gerade der Wechsel zwischen den historischen Überresten und der gestalteten Gartenlandschaft macht den Ort interessant. Der Felsengarten liegt nahe der Gleueler Straße und dem Decksteiner Weiher.
Ausflugsidee: Den Gartenbesuch mit einem Spaziergang um den Decksteiner Weiher verbinden. So wird aus dem kurzen Abstecher ein längerer Ausflug ins Grüne.
Fort X: Festungsmauern und Rosengarten
Am Neusser Wall 33 befindet sich mit Fort X eine erhaltene Kölner Festungsanlage. Hinter den mächtigen Mauern liegt ein Rosengarten, der historische Architektur mit Gartenkultur verbindet. Auf der Anlage wachsen Tausende Rosen.
Der Garten ist vor allem während der warmen Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Für einen Besuch im Frühjahr oder Sommer lohnt es sich, die saisonalen Öffnungszeiten zu beachten. Im November ist der Rosengarten kein verlässlich zugängliches Ausflugsziel.
Düsseldorf: japanische Gartenkunst und alte Wasserkraft
Japanischer Garten im Nordpark: Ruhe und klare Formen
Der Japanische Garten im Düsseldorfer Nordpark wurde 1975 von der japanischen Gemeinschaft und japanischen Unternehmen in Düsseldorf gestiftet. Die Anlage folgt traditionellen Gestaltungsprinzipien: Wasserflächen, Steine, geschnittene Gehölze und sorgfältig komponierte Blickachsen prägen den Garten.
Im Herbst und Winter treten die Formen der Anlage besonders hervor, wenn Bäume ihr Laub verlieren. Der Garten liegt im Nordpark an der Kaiserswerther Straße. Ein Spaziergang durch den Park bietet sich als Ergänzung an; auch das Aquazoo Löbbecke Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe.
Buscher Mühle: ein Zeugnis der Düsseldorfer Stadtgeschichte
Die Buscher Mühle an der Nördlichen Düssel erinnert an eine Zeit, in der Wasserkraft für das Wirtschaftsleben wichtig war. Ihre Ursprünge liegen vermutlich im 14. Jahrhundert. Heute ist sie ein kulturhistorisches Zeugnis der handwerklichen und industriellen Geschichte Düsseldorfs.
Die Mühle liegt an der Mulvanystraße 15. Sie ist kein jederzeit frei zugängliches Museum. Wer eine Besichtigung plant, sollte sich daher vorher über die Möglichkeiten informieren.
So lässt sich der Ausflug planen
Für eine Tour mit Bonn als Ausgangspunkt bieten sich zunächst die beiden Bonner Ziele an: Die Doppelkirche Schwarzrheindorf und die Kreuzbergkirche erzählen unterschiedliche Kapitel der Stadt- und Religionsgeschichte. Bei beiden gilt: Innenbesichtigungen und Zugangsmöglichkeiten vorab prüfen.
Wer einen Ausflug nach Köln oder Düsseldorf plant, kann je nach Interesse wählen: Der Felsengarten verbindet Landschaftsgestaltung mit Festungsgeschichte, Fort X mit Rosengarten und historischer Architektur. In Düsseldorf stehen beim Japanischen Garten die gestaltete Landschaft, bei der Buscher Mühle die Geschichte der Wasserkraft im Mittelpunkt.
Die sechs Orte zeigen, wie vielfältig sich das Rheinland jenseits seiner bekanntesten Sehenswürdigkeiten entdecken lässt. Für Bonnerinnen und Bonner beginnt diese Entdeckung direkt in der eigenen Stadt – und führt bei Bedarf zu weiteren überraschenden Zielen am Rhein.